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Kambodscha / Geschichte / Kolonialzeit


Nach über 400 Jahren, während derer der kambodschanische Staat für die meiste Zeit abwechselnd von Thailand und Vietnam kontrolliert worden war, akzeptiert der kambodschanische König Norodom für sein Land am 17. April 1864, den Status eines französischen Protektorats. König Norodom erwartete von den Franzosen, dass sie Kambodscha gegen die Nachbarländer Siam (Thailand) und Vietnam schützen. Zwar verhinderten die französischen Beschützer nicht, dass sich das damals starke Siam (Thailand) vorübergehend westliche Landesteile (einschliesslich der Stadt Battambang) einverleibte.

Längerfristig bewirkte das kambodschanische Königshaus jedoch mit der Anerkennung französischer Oberhoheit, dass Siam (Thailand) und Vietnam das kambodschanische Reich nicht gänzlich unter sich aufteilten. In den vorangegangenen Jahrhunderten waren die Gebietverluste an die Vietnamesen übrigens die bedeutenderen gewesen. Denn das Mekong-Delta, eigentlich das ganze heutige Süd-Vietnam war bis ins 18. Jahrhundert kambodschanischer Siedlungsraum.

1884 wird der Status Kambodschas mit dem Einverständnis König Norodoms von dem eines Protektorats zu dem einer Kolonie umgeändert. Der französische politische Einfluss wächst, und Kambodscha wird zusammen mit Vietnam und Laos Bestandteil der Union Indochinois. In den folgenden Jahrzehnten richten die französischen Kolonialherren ein europäisches Verwaltungssystem in Kambodscha ein und verbessern die Infrastruktur des Landes. Allerdings erreicht die wirtschaftliche Entwicklung der französischen Union Indochinois nicht das Ausmass, das zum Beispiel die Engländer in ihrer Kolonie Burma durchsetzen.

Nachdem deutsche Truppen Frankreich eroberten, besetzen japanische Truppen im September 1940 Indochina, ohne dass ihnen Widerstand geleistet wird.

Offiziell ist davon die Rede, dass die französische Kolonialmacht den japanischen Truppen die Nutzung aller militärischen Anlagen überlässt; die französische Kolonialverwaltung bleibt dafür im Amt. Für Kambodscha bringen die Jahre des Zweiten Weltkriegs daher weniger Kriegshandlungen und weniger Zerstörung mit sich als zum Beispiel in den heftig umkämpften südostasiatischen Staaten Burma und Philippinen.

1941 ernennen die französischen Kolonialherren den 18jährigen Prinzen Norodom Sihanouk zum König Kambodschas, da sie erwarten, den politisch Unerfahrenen leicht kontrollieren zu können.

Im März 1945 setzt das japanische Militär die französische Kolonialverwaltung ab und veranlasst den jungen König Norodom Sihanouk, die Unabhängigkeit seines Landes zu proklamieren.

Mit der japanischen Kapitulation am 14. August 1945 endet der Zweite Weltkrieg in Ostasien. Frankreich versucht, sich in Kambodscha, Vietnam und Laos wieder als Kolonialmacht zu etablieren.

König Norodom Sihanouk fordert 1946 von Frankreich die Unabhängigkeit seines Landes. Die französischen Kolonialherren antworten damit, dass sie die absolute Monarchie in Kambodscha abschaffen und die Stellung des Königs auf Repräsentationsaufgaben beschränken. Eine Nationalversammlung wird gewählt.

1952 geht König Norodom Sihanouk mit der Ankündigung ins selbstgewählte Exil, er werde erst nach Kambodscha zurückkehren, wenn das Land unabhängig ist.

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