Sieben Meter.So hoch stand vor 24 Jahren die Elbe in Wittenberg.Heute steht sie bei 58 Zentimetern und die Ursache ist dieselbe wie damals.Das Hochwasser von 2002 ging als die Jahrhundertflut in die Geschichte ein.Viele im Osten erinnern sich genau, wie die Elbe damals ganze Stadtteile geflutet hat.In dieser Woche misst die Elbe dort den niedrigsten je gemessenen Stand.
In Magdeburg fällt sie Richtung 40 Zentimeter.Deshalb wurde die Güterschifffahrt bis September komplett eingestellt.Unter der Magdeburger Börde, einem der besten Ackerböden Deutschlands, ist die Erde bis in zwei Meter Tiefe ausgetrocknet.Auch der Rhein hat in dieser Woche seinen Rekord von 2018 gebrochen.Es handelt sich also nicht um ein Ostproblem.Frachtschiffe können gerade nur mit einem Bruchteil ihrer Ladung fahren und das Kieler Institut für Weltwirtschaft beziffert den Schaden allein für dieses Quartal mit bis zu zwei Milliarden Euro.
Ökonomen gehen davon aus, dass die Dürre das gesamte Wirtschaftswachstum dieses Jahr aufessen könnte.Deshalb trifft sich der Verkehrsminister heute mit der Industrie zum Krisengipfel.Die Forderung, die auf dem Tisch liegt, heißt Rhein vertiefen.Solche Forderungen machen mich doch etwas ratlos.Nur weil ein Fluss vertieft wurde, führt er nicht gleich mehr Wasser.Den Ausgang dieses Experiments kann man sehr schön an der Elbe besichtigen.
Sie wurde ausgebaut und hat sich dadurch stellenweise um bis zu zwei Meter eingetieft.Als unmittelbare Folge dessen wird das Umland entwässert, die Auen trocknen aus und sogar Jahrhunderte alte Eichen sterben.Übrigens sitzt bei diesem Krisengipfel kein einziger Umweltverband mit am Tisch.Kohleausstieg stoppen und Windkraftausbau stoppen steht wörtlich im Programm der Partei, die in Sachsen-Anhalt aktuell die Umfragen anführt.Man möchte zudem aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen und als Erklärung für ausgetrocknete Böden führt die Partei Windräder an.In einem Sommer, in dem Deutschland den heißesten Tag seiner Messgeschichte erlebt hat und Rhein und Elbe die niedrigsten je gemessenen Pegelstände aufweisen, halten Menschen solche Forderungen für sinnvoll und Erklärungen plausibel.
Wie so oft wissen wir längst, was washelfen würde: Wasser in der Landschaft halten, Auen wiederherstellen und Schiffe fördern, welche auch bei wenig Wasser fahren können.Seit 2023 gibt es eine fertige Wasserstrategie mit 78 Maßnahmen von der Bundesregierung.Heute, drei Jahre später, sagen 63 Prozent der befragten Wasserversorger, sie sehen davon kaum etwas oder gar nichts.Stand heute wird die Förderung für flache Schiffe im nächsten Jahr gekürzt.Schon 2002 konnten wir lernen, was es kostet, Warnungen zu ignorieren.
Diesmal steht die Warnung nicht nur im Rhein und in der Elbe, sondern auch schwarz auf weiß im Wahlprogramm der AfD.Folgt mir für mehr Politikhintergrund.
Get ultra fast and accurate AI transcription with Cockatoo
Get started free →
