Angela Merkel über AfD, Ukraine und die Kaulitz-Zwillinge | 0630 - der News-Podcast | 1LIVE
Herzlich willkommen, Frau Merkel, bei uns in der 6:30 Podcast WG Küche, könnte man sagen.Es ist ein Ort, den es wahrscheinlich in Deutschland tausendfach gibt, wo junge Leute sitzen, sich austauschen über das, was gerade so abgeht, aber wahrscheinlich auch viel über die Zukunft sprechen, über das, worauf sie hoffen, wovor sie vielleicht auch Angst haben.Ist das was, was Sie von früher auch kennen?
Naja, ich nicht direkt.Als Studentin habe ich im Studentenwohnheim gewohnt, aber da ist man natürlich auch viel mit Leuten zusammengewesen.Das war ja in der DDR.Da hat man so einen Fernsehraum, da konnte man sich versammeln, aber nur Ostfernsehen gucken.Muss, wenn man West sehen wollte, musste man nach Hause fahren.(Lachen)
Und dann habe ich, als ich angefangen habe als junge Physikerin, hatte ich im Hinterhof in der Marienstraße hier in Berlin so zweiter Hinterhof, so eine Wohnung.Da haben wir unter uns Studenten der Medizin gewohnt.Ich kam gerade mit meinem damaligen Mann vom Studium in Leipzig und da haben wir uns oft in so einer Küchenatmosphäre getroffen und darüber gesprochen, ob man nun für die DDR gut arbeiten soll oder ob man lieber nicht gut arbeitet, ob man damit das System stärkt oder ob man lieber faul sein sollte.Und bei den Medizinern haben wir gesagt, nee, nee, ihr müsst schon gut arbeiten, denn wir wollen ja alle gesund sein.Bei den Physikern war es nicht so klar.(Lachen)
Wenn Sie jetzt sich noch mal zurückversetzen, vielleicht in die Anfang 20-jährige, Mitte 20-jährige Angela Merkel.Wie haben Sie da auf das Thema Zukunft geschaut?
Tja, eigentlich habe ich, also dann sind wir jetzt schon, dann kann ich meinen Gesprächsfaden, den ich Ihnen erzählt habe, noch mal weiterspinnen.Ich habe dann viel darüber nachgedacht.Ich habe ja nun in der Diktatur gelebt und das sah ja auch alles nicht so rosig aus.Viele meiner Freunde gingen auch dann in den Westen.Ich bin da geblieben und da geblieben undda war nicht nur die Frage, sollst du gut arbeiten, aber es war eben die Frage.
Und dann habe ich viel, viel darüber nachgedacht und habe gedacht, Mensch, du hast nur ein Leben und wenn du jetzt nicht fleißig bist, wenn du nicht versuchst, an deine Grenzen zu gehen und das zu leisten, was du kannst, dann wirst du ja träge und dann wirst du vielleicht zynisch oder amattest und dann hast du ja eigentlich vor allen Dingen dir geschadet.Und deshalb kann ich mich schon reinversetzen, dass junge Leute heute eine Menge Probleme haben.Auf der anderen Seite haben sie ein ganzes Leben vor sich und das ist natürlich auch toll, denn ich meine, wenn ich heute manchmal so sehe, ich hatte die Reisefreiheit damals nicht, nun kann man sagen, Oma erzählt vom Krieg, so komme ich mir dann natürlich jetzt auch vor.Aber trotzdem, ich würde immer jungen Menschen ermutigen, die Chancen zu nutzen und natürlich nicht Eierpopia zu machen, aber einfach auch zu sagen, was kann ich bewegen?Denn zum Schluss muss man vor seinen Kindern, vor sich selbst Rechenschaft ablegen, was habe ich bewegt im Leben?Und wenn man dann sagt, die Umstände waren so schlecht, konnte leider nicht, ich glaube nicht, dass man da groß rauskommt.
Sie haben es gerade schon angedeutet, das Leben in der DDR war ja schon sehr anders als das Leben junger Menschen heute.
Und es gab zumindest andere Probleme, andere Probleme, eine Unfreiheit, die wir jetzt so nicht kennen.Ja, aber ich meine, das ewige Geld abzählen, ob man sich das noch leisten kann und das, das ist ja wahrscheinlich bei jungen Leuten heute genauso.Wie plane ich, wenn ich an die Mietkosten denke?
Ja, Mietkosten, das ist nämlich ein Thema, was ich sehr interessant fand, auch in Ihrem Buch, weil so das Thema Wohnungsnot, ja, und so dieses, wie finde ich eine vernünftige Wohnung?Das kennen viele Leute ja heute auch.Ja.Und Sie haben das.möchte ich fast sagen, als junge Frau, passt ein bisschen frech gelöst.Sie haben einfach eine unbewohnte Wohnung besetzt und neues Schloss drangeschraubt.
Ja.Mal sehen, wie das war.
Ich glaube, heute würden die privaten Eigentümer das nicht mehr so einfach zulassen.Das war eben eine sozialistische kommunale Wohnungsverwaltung und die war froh, wenn sie irgend von irgendjemand Miete bekommen hat und da hat sie nicht gekümmert und deshalb kann ich das als Konzept jetzt nicht empfehlen.Ich wollte ja, ein bisschen fanden wir halt, dass wir nicht in so einem richtigen Rechtsstaat leben.Aber in einem Rechtsstaat kann ich jetzt nicht zum Häuserbesetzen aufrufen.Muss man sich anders die Sache lösen.
Sahen denn die Möbel ungefähr so aus wie hier die Küche?
Ja, also ich, das war, das war so, ich habe viel vom Sperrmüll geholt, weil Leute auch viel weggeschmissen haben und es war in der DDR immer so.Wir hatten Studentenwohnheime zum Beispiel Spelakarttische.Ich weiß nicht, ob Sie wissen, was das ist.Das ist ein Kunststoff, abwischbares Zeug.Und es war immer das höchste Holz.Und jetzt könnte das ja auch ein Tisch ihrer Großmutter sein oder so oder ihrer Urgroßmutter.
Auf jeden Fall richtiges Holz.Vietnamesische Bastmatten als Teppiche.Selbstgebaute Regale.Nun muss man wissen, in der DDR gab es keinen einziges Brett frei verkäuflich.Es waren Riesentheater, überhaupt ein Stück Holz zu kriegen.Aber so in die Richtung ging es auch ja.
Da war dann der Sperrmüll eine gute Option.
Ja, stand manches interessanter auf dem Wegsteig.
An den Tischen heutzutage wird viel über Krisen gesprochen von jungen Menschen und auch viel diskutiert.Und unsere Hörerinnen, zum Beispiel Mara aus Hamburg oder Anna aus Buchholz an der Nordheide, die haben uns geschrieben und die würden gerne von Ihnen wissen, wie gehen Sie eigentlich mit Weltschmerzgefühlen um?Also wenn Sie jetzt zum Beispiel mal unseren 6:30 Nachrichten Podcast morgens hören sollten. sollten.
und wir dann wieder nur schlechte Nachrichten zu berichten haben ja es passiert ja auch in anderen Nachrichtensendungen dass nicht so viel Gutes dabei ist also da sprechen sie einen interessanten Punkt an sicherlich sind Nachrichten ja immer auch das was besonders ist was verbessert werden muss aber ich glaube wenn man sich mal fragt warum zum Beispiel im Fernsehen gerade die Vorabendprogramme die Regionalprogramme so beliebt sind dann gibt es glaube ich auch eine Sehnsucht vieler Menschen danach auch mal was Positives zu hören von Initiativen zu hören wo Leute sich gegen irgendwas auflehnen wo etwas gelungen ist und ich glaube wenn Sie bei aber auch viel drüber naja jetzt kommen Sie mit der Wahrheit raus sehen Sie wollen ja gehört werden die Leute wollen auch ermutigungssachen und es gibt auch so viele es gibt auch so viele interessante Initiativen gerade von jungen Leuten und darüber kann man genauso berichten ohne die die schwierigen Sachen jetzt wegzudrücken wir haben vor dem Interview unsere Community auch gefragt was die so bewegt und dieses Thema Krise kam da tatsächlich sehr oft also es beschäftigt die generell sehr sehr viel und ich habe ein altes Interview gefunden mit ihrem Bruder der hat gesagt mit ihrem Bruder der meinte der Job Kanzlerin sei ja nicht gerade beneidenswert weil die Lage von Deutschland sei ja nicht gerade ermutigend und ich meine das war 2005 ne das war vor dem ganzen Kram der danach noch passiert ist wenn die Aussicht da schon nicht gerade ermutigend war wie ist sie denn jetzt Frau Merkel naja wahrscheinlich würde mein Bruder sie genauso nennen und daran sehen Sie aber schon dass man ja trotzdem bei allen Schwierigkeiten nicht einfach sagen kann ich kann jetzt nichts mehr tun aber was ich vielleicht doch sagen möchte ist die jetzigen Zeiten sind schon sehr besondere Zeiten weil und besondere Zeiten weil undist ja immer das Schwierige, weil Gewissheiten verloren gehen.Weil als die deutsche Einheit war, da hat keiner in Zweifel gezogen, dass die deutsche Einheit im Grundsatz gut ist.Und trotzdem sind plötzlich Gewissheiten verloren gegangen für Menschen, die immer Arbeitsplätze hatten und plötzlich hatten sie keinen mehr und sie konnten nicht einfach umziehen.Und jetzt gehen wieder Gewissheiten verloren.Die Vereinigten Staaten von Amerika waren immer ein Freund der Europäischen Union und jetzt plötzlich muss man sich fragen, haben sie andere Interessen?
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— Ruben, Netherlands
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Get started freeDie Tatsache, dass die jungen Leute in Frieden aufwachsen, die war eine eine Gewissheit.Wir haben gedacht, wir haben Glück.Es gibt zwar Kriege überall auf der Welt, aber dass Kriege so nah ranrücken, obwohl wir Anfang der 90er Jahre ja auch in Jugoslawien mit den vielen Flüchtlingen, die dann auch zu uns kamen, gesehen haben, wie nah der Krieg war.Und dass wir 2011, glaube ich, war es die die Wehrpflicht ausgesetzt haben.Ich muss jetzt aufpassen, ob es 10 oder 11 war.Das war damals so unter dem Motto na endlich.
Und jetzt wird die Wehrpflicht als Option wieder belebt.Und da sagen sich natürlich junge Männer, was bedeutet das für mich?Denn damals war es sozusagen kamen wir aus dem Kalten Krieg.Damals hat man gesagt, mit einer guten Abschreckung wird uns schon keiner angreifen.Heute sieht man den Krieg in der Ukraine.Also dass darüber junge Menschen sprechen wollen, dass ich finde auch politisch Verantwortliche mit den jungen Menschen sprechen müssen und das ja auch zum Teil tun, aber vielleicht noch mehr müssen.
Das verstehe ich gut.
Sie haben ja im Umgang mit diesen ganzen Krisen könnte ich mir vorstellen schon auch ein paar Problemlöser Resilienzmuskeln trainiert.Und jetzt sind Sie ja Kanzlerin außer Diensten und deswegen dachten wir, gucken wir vielleicht mal mit Ihnen zusammen, wo Sie diese Problemlöser Fähigkeiten heute einsetzen könnten, wenn Sie mögen.
Genau.
Ohne dass ich mich aber hier zumalso Sie wissen, dass ich.Keine Sorge.Ganz.Es geht nur um Sie.Sie müssen niemanden, keine Menschen bewerten.
Wir haben gleich fünf Tätigkeiten, Felder, könnte man sagen, in denen solche Problemlöserfähigkeiten im Augenblick gefordert sind.Und Sie sind gebeten, die einzuranken.Eins wäre, könnten Sie sich am ersten vorstellen, fünf am wenigsten.Aber der Twist ist, wenn ein Platz einmal vergeben ist, dann darf man.
Kommt man nicht wieder weg davon?
Kommt man nicht mehr weg?Blindranking heißt das heutzutage.
Wollen wir mal anfangen?
Ja, die erste Option ist Fußball-Bundestrainerin der Männermannschaft.Muss man ja auch viele Egos.
Toll, was die Trainerin von Union jetzt geschafft hat, nicht?Das ist doch mal.Da ist, da ist der Weg wahrscheinlich nicht mehr weit bis zu Ihnen jetzt.Wir auch mal dort eine Frau bekommen, aber Julian Nagelsmann muss sie jetzt noch keine Sorgen machen.So, Sie sagen jetzt.Also eins wäre jetzt, könnte ich mehr, würde ich super gerne machen.
Ich habe jetzt das Prinzip noch nicht verstanden.
Was ich mir wünsche, was ich möchte, was Sie sich vorstellen könnten oder was Sie sich wünschen würden.
Was ich mir vorstellen kann, dass ich sein könnte.Also dann müssen wir auf die fünf gehen.
Sind Sie sich sicher?Ja, ja, ja.
Wenn jetzt morgen steht, egal was noch kommt.Okay.Also wenn morgen steht, kurz vor der Weltmeisterschaft, Merkel traut sich als Bestes, was sie kann, zu Fußball-Bundestrainerin zu sein.Oh je, oh je, oh je.Einige.Ich habe damals die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hier bei uns zu Hause erlebt.
Das weiß ich.Sie waren Sie da schon geboren?Ich war.Lieb von Ihnen, dass Sie fragen.Ja, ich war da schon geboren.Das war ja, das war ja toll.
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Get started freeZum ersten Mal die Deutschlandfädchen und das die Schminke und so.Das war so wunderbar.
Da waren tolle Sommer.War ein toller Sommer.
Ja, und da haben viele gesagt, die Merkel. viele gesagt, die Merkel.Bundeskanzlerin kurz und Fußball Weltmeisterschaft und haben mir nicht zugetraut dass ich mich für Fußball begeistern kann und dann waren sie eines anderen belehrt doch ganz schön begeistert für Platz ich bin absolut ich bin absolut ich prüge mal wenn man fünf Sachen haben bin ich für alle fünf begeistert und trotzdem habe ich das jetzt auf den letzten gesetzt dann frage ich noch mal einmal ganz frech nach Manuel Neuer würde Bundesrätin Angela Merkel den noch mal mitnehmen zur WM also ich kann nur sagen als als ich damals 2014 dabei war stand die Frage nicht und jetzt wird es sicherlich ganz wunderbar entschieden wir müssen ja nur noch bis Donnerstag glaube ich warten es dauert auf jeden Fall nicht mehr lange das ist nicht das Fenster Job Nummer zwei und auch nicht ganz einfach sage ich jetzt mal Wahlrettungsmissionsleiterin haben Sie das verfolgt Frau Merkel ich bitte Sie da kam ja kein Weg dran vorbei und und jetzt muss ich mal sagen jetzt muss ich mal sagen strahlt und hat da ja eine große Rolle gespielt und das war mein Wahlkreis oder gehörte mit zu meinem Wahlkreis das Meeresmuseum ist ja von größter fachlicher Kenntnis und weil es ja vorbei ist kann ich also ich habe mir in der Tat Gedanken gemacht was würdest du jetzt machen und und dann habe ich mir gedacht ich hätte mir wahrscheinlich eine Expertenkommission von Meeresbiologen genommen Deutsche und auch Ausländer und denen hätte ich gesagt auf euren Rat höre ich egal was ihr mir jetzt sagt das wäre dann wahrscheinlich nicht retten und in Ruhe lassen gewesen wie ranken Sie sich hier ein habe ich also einen praktischen Tipp gemacht und da ich nicht weiß was noch Schwieriges kommt mache ich doch einfach zwei gut dann nächstes
Ukraine Krieg Vermittlerin.
Das müssen wir eigentlich aus dem Spiel nehmen, weil ich gerade in der Vorveranstaltung gesagt habe, dass ich glaube, dass hier die entscheidende Rolle die spielen müssen, die heute in Amt und Verantwortung sind.Und ich habe das festgemacht.Ich habe ja damals zu meiner Zeit vermittelt im Minsk Abkommen 2015 im Normandie Format immer zusammen mit dem französischen Präsidenten.Und ich hätte mir überhaupt nicht vorstellen können, dass ich jetzt jemanden gefragt hätte, möchtest du das mal für mich machen und mit Putin reden.Und deshalb ist das heute nicht mehr in meiner in meiner aktiven Amtzeit habe ich es gemacht.Aber wenn der jetzt Eindruck erwecken würde, deshalb müssen wir es rausnehmen.
Dann machen wir eine Ausnahme.
Und dann bin ich auch sehr gespannt auf die nächste Option, nämlich Bundespräsidentin.
Minus sieben.
Hat sie das schon mal jemand angefragt irgendwie hinter den Kulissen SMS geschickt?Journalisten haben mich angefragt.Das sind wir ja auch.
Also das jetzt mal Spaß beiseite.Das ist das höchste Amt bei uns im Lande.Und ich war 16 Jahre Bundeskanzlerin.Ich war davor lange in der Politik.Und dieses Amt braucht wirklich jemanden, der mehr Kraft hat, der mehr.Das das kann ich jetzt nicht mehr.
Ich ich war 16 Jahre Bundeskanzlerin.Wissen Sie was das heißt?Das ist echt permanent sich permanent am Krisentisch sitzen.
Dann kommen wir zum letzten Krisenmanager Job Managerin derZwölinger.
Die haben mich oft, die haben mich oft angefragt, ob ich mal komme.Ich habe noch nie, im Gegensatz zu Ihnen, habe ich bei Ihnen noch nie zugesagt.Wir müssen es mal jetzt auf vier setzen.
Ich glaube, man hat viel zu tun, wenn man die beiden betreut, aber es ist auch lustig, glaube ich.
So, das war jetzt natürlich auch alles ein bisschen halb ironisch, halb ernst, könnte man sagen.Wir müssen aber auf jeden Fall wieder ernst werden jetzt, denn die Lage für Deutschland ist nicht leicht.Deutschland kann jede gute Idee gebrauchen, wenn man mal schaut, jeder fünfte junge Mensch plant ganz konkret, Deutschland zu verlassen, unter anderem wegen der politischen und gesellschaftlichen Stimmung.Für die Zukunft eigentlich keine gute Aussicht, oder?
Ne, aber ich finde, bevor man Deutschland übers Verlassen nachdenkt, könnte man ja noch nachdenken, ob man noch was ändern kann.Denn wenn alle, die mutig sind und was bewegen wollen, sagen Adieu, zumal man dann ja auch noch mal überlegen muss, wo es denn so toll ist auf der Welt und wie, welche Nachteile das dann hat.Also dass man jetzt ein Land findet, wo alles Paletti ist, das erscheint mir unwahrscheinlich.Man kann für eine Zeit lang ja auch mal in ein anderes Land gehen und vielleicht kommt man dann auch mit anderen Eindrücken wieder nach Hause und sagt, oh ja, das und das ist auch gar nicht so schlecht, dass Reisen bildet, wie man ja so schön sagt.Und heute sind ja die Möglichkeiten, das finde ich immer so toll.Da bin ich manchmal fast ein kleines bisschen neidisch auf die jungen Leute, wie viele heute einen Teil ihres Studiums in einem anderen europäischen Land oder woanders auf der Welt machen können.
Das ist schon auch was Schönes.Also ich würde sagen, wenn man Gründe hat, woanders hinzugehen, keine Frage.Aber wenn man aus Frust Deutschland verlässt, würde ich jemandem, der mit mir darüber spricht, sagen, willst du nicht doch noch mal versuchen, mit anderen zusammen was zu bewegen?
Und aber eine Richtung, in die das ja auch gehen kann, ist ja politisches Engagement oder vielleicht auch einfach wählen.Wenn man jetzt mal vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt schaut oder wenn man auch in Städte schaut wie Gelsenkirchen, Essen, Duisburg, das sind Regionen, wo Menschen im Schnitt weniger Geld haben und gerade da ist die AfD sehr beliebt.Ist also der Aufstieg der AfD dann auch ein Geld- oder auch ein Gerechtigkeitsthema?
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Get started freeAlso erstmal ist vielleicht das jetzt angesichts der ja auch sehr polarisierten Lage, in der wir leben, es wichtig, dass jeder von seinem Wahlrecht möglichst auch Gebrauch macht.Es gibt ja keine Wahlpflicht, aber ich würde dazu ermuntern, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen.Wir haben zum Beispiel jetzt im Landkreis, wo ich auch früher aufgewachsen bin, im Landkreis Okermark eine Wahl gehabt einer Landrätin.Da ist auch die AfD sehr stark und dadurch, dass sich gegenüber der letzten Landratswahl die Wahlbeteiligung eigentlich fast verdoppelt hat, hat eben die AfD nicht gewonnen.Das heißt, das sind so Wahlen, bei denen man sagen kann, jede Stimme zählt.Und zum Schluss muss mir fragen, habe ich das getan, was notwendig war oder nicht?
Und die Wahlbeteiligung lag trotzdem nur kurz über 50 Prozent.Da wäre also noch Luft nach oben gewesen, dass noch viele auch gegangen wären.Zweitens, ja, ich glaube, die AfD setzt dort an, wo es um das Aufstiegsversprechen geht, um die eigenen Lebenschancen und versucht zum Teil mit sehr simplen Antworten Leute auch vielleicht zu überzeugen.Ich sage mal, die AfD in der aktuellen Rentendiskussion, die hat ja mit jungen Leuten sehr viel zu tun.Was bedeutet für Sie eines Tages bekomme ich überhaupt eine?Bekomme ich überhaupt eine?
Und was für eine?Und was müssen wir tun, um das Zukunftsfest zu machen? machen?Da sagt die AfD, sie möchte ein Rentenniveau von 80 Prozent.Die SPD sagt 48 und das ist schon schwer zu halten.Die AfD sagt 80. So, jetzt würde ich versuchen zu sagen, pass auf, ich verstehe schon deine Sorge, aber das ist das ist nicht seriös, was da angeboten wird.Das ist eine vermeintliche Antwort, die keine Antwort ist.
Wenn es um Klimaschutz geht, wird der Eindruck erweckt, man könnte alles ohne Windkraft machen oder alles ohne Solarenergie.Hauptsache, mein Leben wird nicht gestört.Und darüber muss man dann sprechen und seine eigene Vision eben auch deutlich machen.Aber es ist schon so, dass zeigen ja auch die Teile, dass eben sehr viel auch mit schwierigen Lebensbedingungen zu tun hat.Und deshalb ist es ja immer wieder auch die Aufgabe, auch derer, die demokratische Politik machen, wirklich zu gucken, dass dass man die, denen es schlecht geht, nicht vergisst.
Ja, da sprechen Sie die Realität von vielen Menschen an, weil es ist ja für Millionen Menschen in Deutschland so.Ich lebe in einer Wohnung wie dieser hier.Mir gehören vielleicht die Möbel da drin.Wenn es ganz okay läuft, habe ich 500 Euro auf dem Konto und wenn die Waschmaschine aber kaputt geht, wird es schon schwer für den Monat.So, dann gucke ich im Ruhrgebiet auf die andere Seite der A40 zum Beispiel und da sitzen die Leute ein Kilometer weiter weg in ihrer Villa.Und dieses Gefühl und dieser Gegensatz, das macht was mit vielen Menschen.
Wir haben das in der ARD abgefragt in einer repräsentativen Umfrage.Die hat ergeben, dass 77 Prozent der Menschen unter 30 unser Land als nicht gerecht empfinden, den Wohlstand als nicht gerecht verteilt empfinden.Wie konnte es so weit kommen?
Ja, also es ist das ist vielleicht ja die die Hauptaufgabe, manchmal auch das Hauptunterscheidungsmerkmal der Parteien.Ich gehöre zur CDU und es wird wurde immer nachgesagt, wir sind mehr wirtschaftsorientiert.und wir brauchen halt Leute, die Wirtschaftsunternehmen gründen, die Arbeitsplätze schaffen und dann hat man, würde man bei der SPD sagen, sie interessieren sich mehr fürs Soziale, aber beides ist so nicht richtig, weil das eine ohne das andere ja nicht geht und ein früherer Generalsekretär Heiner Geissler hat früher mal gesagt, wenn die CDU auf den Sozialstationen nicht gewählt wird, dann wird sie auch keine Volkspartei mehr sein, also beides muss zusammengehören.Die Balance ist folgende: Wenn ich jetzt die Steuerlast für die sehr sehr reichen Menschen noch höher mache, die liegt jetzt heute knapp 50 Prozent, also wenn ich, wir hatten schon Zeiten, da waren sie 60, zu Beginn der Bundesrepublik war es schon mal 80 oder 90. Vermögensteuer gibt's gar nicht, waren Sie auch immer da?
Genau, ja, ist schwierig, würde ich auch nicht dazu raten.
Dann, dann haben Sie heute in einem freien Europa plötzlich Leute Unternehmer, die hauen einfach ab und zahlen hier keine Steuern mehr.Das muss sie auch verhindern.Ich kann die ja nicht zwingen, die gehen dann in die Schweiz oder nach Österreich und so weiter.Ich muss also diese Balance schaffen, wie ich das hinbekomme und Sie werden jetzt Leute finden, die sagen, ja, also in der Studenten WG haben wir auch noch nicht gewusst, dass wir so reich eines Tages mal werden.Was vielleicht heute ein Thema ist, ist, dass sehr viel mehr vererbt wird und manche Familien können gar nichts vererben oder kaum etwas.
Vor allen Dingen auch in Ostdeutschland.
Und gerade auch in Ostdeutschland und manche Familien vererben ihren Kindern so viel, dass die Kinder fast gar nicht mehr arbeiten müssen und das ist ein Thema, darüber muss man und darüber haben wir auch viel viel viel diskutiert.Wir haben dann gesagt, die Erbschaftssteuer höher für die, die keine Arbeitsplätze schaffen.Also das ist ein aktuelles Thema und wenn 77 Prozent der jungen Leute sagen, sie finden das nicht ausreichen, muss dieses Thema weiter behandelt werden.
Vielleicht nehmen wir den Ball dann gerade mal auf, weil aber ich finde
sagen wir mal so, dass die Erwachsenen irgendwie mehr mehr Geldausgabemöglichkeiten haben als die Jungen.
Wenn man die Älteren mit reinnimmt, die haben sogar noch mehr Ungerechtigkeitsgefühle als die Jungen.
So, das ist das muss genau genau das muss ändern vielleicht auch noch mal und da hat sich ja auch da muss man ja auch sagen, hat sich ja in den letzten 50 Jahren unglaubliches verändert.Also dass wenn Sie heute ein Digitalunternehmen gründen, Start-up und das läuft super, dann können Sie mit 30 ein ein Geld verdienen, weil Sie das an irgendeine amerikanische Firma verkaufen.Das da sagt schon der Handwerksmeister hier heute, der aus der Perspektive manches Arbeitnehmers noch als Reich gilt, der sagt, dass da kriege ich doch keinen Hundertstel davon in meinem ganzen Leben und dafür stehe ich von morgens bis abends meinem Kunden zur Verfügung und und die Ehefrau arbeitet noch mit.Also wir haben im breiten Bereich schon auch diese Themen, die muss man muss man immer wieder aufrufen.
Trotzdem ist es natürlich in Deutschland so, dass Vermögen ganz großes Vermögen in der Regel geerbt wird und nicht erarbeitet.Aber wir müssen zum Ende kommen.Wir haben echt viele Fragen aus unserer Community bekommen und zum Ende wollen wir Ihnen auch noch eine ziemlich große stellen und zwar kommt die von unserer Hörerin Hanna aus Heilbronn.Hanna möchte von Ihnen wissen, wo Sie uns in 10 Jahren sehen.Und weil das eben so eine gigantische Frage ist, dachten wir, wir geben Ihnen paar Sätze zum vervollständigen.
Sie schränken mich ein in meinen Antwortmöglichkeiten.Gut, hoffen, die ist Hanna zufrieden.Ja.
Für Hanna: In 10 Jahren ist die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland hoffentlich nicht größer.
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Get started freeIn 10 Jahren ist die Werbpflicht weiter nicht ausgesetzt, also bleibt so wie es ist.Ich hoffe hoffeimmer noch, dass ich genug Freiwillige finde.
In zehn Jahren ist der Ukraine-Krieg hoffentlich vorbei.
In zehn Jahren.Und zwar so, dass die Ukraine ein selbstständiges, freies, souveränes Land ist.(Applaus)
In zehn Jahren eine AfD-Bundeskanzlerin.
Nein, das sehe ich nicht.Da glaube ich, wir dürfen jetzt auch nicht, also ich will nicht aufrufen, aber ich will einfach einmal sagen: Kein Fatalismus.Wenn es genügend Menschen gibt, die an die Demokratie glauben und daran glaube ich immer noch, dann wird das nicht passieren und ich werde jedenfalls alles tun, was in meiner Macht noch steht, dass das nicht passiert.
In zehn Jahren ist das Internet für uns alle hoffentlich noch da.(Lachen)
In zehn Jahren.Aber die Frage ist, die vielleicht kritischere Frage ist: Kommt die künstliche Intelligenz noch bei Ihnen vor?
Nein.
Sorry, danach.Ich finde, das ist das, was mich im Augenblick unglaublich umtreibt, wenn man jetzt mein Ding so durch Instagram scrollt und sie manchmal nicht mehr wissen, ist das Bild echt oder ist das Bild KI-generiert?Und deshalb glaube ich, dass wir unbedingt Regeln brauchen und wenn die Vereinigten Staaten von Amerika auf uns Druck machen, dass wir keine Regeln brauchen und dass Meinungsfreiheit nur ein unreguliertes Internet ist, dann müssen wir uns dem entgegenstellen, weil wir ansonsten irre werden, wenn wir nicht mehr wissen, was wahr und was KI-generiert ist.Das ist ein ganz, ganz wichtiges Thema.
(Applaus)In zehn Jahren kostet ein Döner. Jahren kostet ein Döner.
Das kann ich jetzt nicht sagen.Also in meiner Lebens.Wann habe ich angefangen, Döner zu essen?1990.Da war glaube ich 3,50.Jetzt sind wir bei 7,50.
Jedenfalls, wo ich hingehe.Dann.Also.Na ja.Die Frage ist nicht, ob.Also die Frage ist, kostet ein Döner prozentual mehr von dem, was ich verfügbar habe.
Und da würde ich mal vermuten, da die Service Dienstleistungen ja irgendwie eher teurer werden.
Unter Zehner.
Ah ja, mindestens ja.In zehn Jahren habe ich die Kaulitz-Brüder.Immer noch nicht im Podcast besucht.Aber diese.Ich glaube, die sind jetzt.Ich glaube, die sind jetzt mit Wetten dass.
Voll, voll aufbeschäftigt.Ja.Da wollen wir da erstmal.Da wollen wir da erstmal gucken, was da im Herbst passiert.
So ein ein ernster Satz.Sind sie jetzt bei der A. D. Ein ernster Satz haben wir aber noch.In zehn Jahren unterhalten sich junge Menschen an solchen Tischen über Klimaschutz, Artenvielfalt und die Demokratie.
Und vielleicht über Liebe und Trauer.Ja, von unserer Seite.Ja, hoffentlich mehr über Liebe.Von unserer Seite aus, wer ist das, Frau Merkel?Es sei denn, Sie möchten diese Wohnung auch noch besetzen.Der Holztisch hat Ihnen ja gut gefallen.
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— Adrian, Johannesburg, South Africa
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Get started freeDer Holztisch hat mir sehr gut gefallen.Bei der Lampe hatte ich erst gesagt, ob sie von der Mutter mitgenommen wurde.Aber vielleicht gibt es sie auch bei Ikea noch.
Oder bei anderen guten Möbelhäusern gibt ja.Gibt ja. gibt ja. Gibt ja.verschiedene.
Sie haben ja, ich habe schon ihre Pizza, nichts mit hat und nicht, keine Werbung haben sie toll hingekriegt hier und schauen Sie hier waren alles sehr gut.Können Sie eins mitnehmen, wenn Sie möchten?Gleichungen und Tabellen, das macht man heute anders.Da hat man das Internet und das Taschenbuch der Physik.Google Link, na ja, gut.
Darüber sprechen wir dann das nächste Mal, wenn Sie zu Gast sind.
Und ich verrate noch ein Geheimnis: In der Tasse war kaltes Wasser.
Wie in einer echten Küche.
Vielen Dank, Frau Merkel.
Vielen herzlichen Dank.
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