Angesichts Trumps verbaler Eskapaden plädiert Jäger für Gelassenheit | ntv
Ja, Trump droht und wir wollen das analysieren mit dem Politikwissenschaftler Professor Thomas Jäger.Einen schönen guten Tag.Einen schönen guten Tag, Herr Beckmayer.Der US-Präsident, er hat ja schon mehrfach damit gedroht und nichts ist am Ende passiert.Wie ernst ist also diese neue Drohung zu nehmen?Auf der einen Seite könnte man sagen, das ist wieder so ein typischer Trump, der wird was rausgehauen.
Aber es gibt zwei Dinge, die man mitbedenken muss.Am Ende seiner ersten Amtszeit da wurde das wirklich konkret.Da ging es darum, ein Drittel der amerikanischen Soldaten aus Deutschland abzuziehen, die Hälfte sollte in Europa weiter stationiert bleiben, die Hälfte zurückgehen in die Vereinigten Staaten und es war ziemlich klar, wen das betrifft.Also sehr konkrete Planungen, die nur deshalb nicht umgesetzt wurden, weil Trump dann eben die Wahl verloren hat.Und auf der anderen Seite ist richtig, dass die USA sich damit massiv schädigen würden, denn es besteht in Deutschland ein richtiges militärisches Netz.Es sind ganz unterschiedliche Fähigkeiten hier vor Ort, die ineinanderspielen.
Aber Trump hat bewiesen, dass er den USA schadet.Er hat bewiesen, dass er gegen jeden militärischen Rat Entscheidungen trifft, die den USA zum Nachteil gereichen.Deswegen muss man es ernst nehmen, aber mit einer gewissen Gelassenheit sehen, denn es ist eben so, dass im Umfeld von Trump außer bei den richtig harten Ja-Sagern jeder am Ende sagen wird, keine gute Idee.Schauen wir mal etwas genauer auf das Verhältnis von Trump und Merz.Vor ein paar Wochen da war das ja noch richtig freundlich.Wir erinnern uns alle noch an die Bilder der beiden im Weißen Haus.
Wie viel ist davon heute noch übrig?Da ist wahrscheinlich noch genau so viel übrig.Man sieht's jetzt nur nicht, weil das bei Trump eben völlig schwankt.Er kann jemand nah heranziehen, abstoßen, kann ihn beleidigen, kann in kann inDas geht bei ihm sozusagen im Handumdrehen.Das Problem, das er jetzt hat, ist, dass März eine Bewertung des Irankriegs gegeben hat, die er so auch nicht hätte öffentlich äußern müssen.
Da kann man drüber streiten.Aber er hat eine Bewertung des Irankriegs gegeben, eine sehr negative, die 80 Prozent der Amerikaner teilen.Es ist nicht so, dass man in den USA sagen würde, was erlaubt sich der Bundeskanzler denn gegenüber dem Präsidenten, sondern im Gegenteil: Die Amerikaner sagen selbst, wir haben uns da in einen Schlamassel hineinbegeben, aus dem wir momentan nicht rauskommen.Und das ist das Einzige, was wir eigentlich tun sollten: rausgehen aus der ganzen Situation.Und dass März das gesagt hat, belastet das Verhältnis, weil Trump Widerspruch nicht duldet, weil er eben jeden sofort umhauen will, der entsprechend reagiert.Aber der Hauptgrund ist eben genau diese Kritik, ist in den USA eben auch zu finden.
Was wäre denn nun die richtige Strategie, um diesen Zoff wieder zu deeskalieren, also wieder zueinander zu finden?Es gibt, wenn man so will, keine richtige Strategie, weil man sehen muss, wie man situativ auf Trump reagiert.Trump ist jemand, der keine langfristigen Ziele verfolgt, der ja selbst sagt, dass er intuitiv Politik macht, der aus seinen Knochen heraus fühlt, wann ein richtiger Zeitpunkt für Entscheidungen gekommen ist.All das sind Zitate.So sagt er das selbst.Das heißt also, März wird versuchen, das Verhältnis weiter aufrechtzuerhalten.
Man wird sich wieder verstehen.Das ist keine Zerrüttung, die jetzt irgendwie über Monate halten muss.Das kann übermorgen schon wieder ganz anders sein.In der Sache aber ist die Konsequenz, die man eben ziehen muss, dass die Ertüchtigung Deutschlands weit schneller vorangehen muss als dass diese Bundesregierung macht.Da hat März seine Aufgabe.Gut.
regieren, das zu zeigen, und dann wird man auch in den Vereinigten Staaten das nicht mehr so respektierlich abtun, wenn der Bundeskanzler Kritik übt, sagt der Politikwissenschaftler Professor Thomas Egert.Ich danke Ihnen für das Gespräch.
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