Es gibt plötzlich ein neues Kriegsgefühl in der Ukraine.Boris Pistorius, der Verteidigungsminister, war gerade dort und er sagt, der Krieg hat sich erneut verändert und zwar dieses Mal zugunsten der Ukraine.Es wird darauf verwiesen, dass durch Hochtechnologie, durch den Einsatz von Drohnen an der Front Russland besser aufgehalten werden konnte, als dass viele Experten erwartet haben.Und ich will einmal vorlesen, was der ehemalige ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba zur Situation sagt.Er sagt, Moskaus Kriegsmodell ist gescheitert.Dieses Modell basierte auf vier Annahmen: Die Ukraine würde erschöpft sein, der Westen würde sich zurückziehen, das ukrainische Energiesystem und die Wirtschaft würden zusammenbrechen und Kiew würde es nicht schaffen, seine Probleme sowohl im Hinterland als auch auf dem Schlachtfeld zu lösen.
Putins vermeintliches Genie würde Russland derweil an der Spitze halten, während Wirtschaft und Gesellschaft die Kosten dafür tragen würden.Putin hat sich auf ganzer Linie verkalkuliert, in manchen Fällen teilweise, in anderen völlig.Moskau verliert den Krieg noch nicht, aber es verliert sein Kriegsmodell und dieses Scheitern wird immer deutlicher.In jedem Fall hochspannend und deswegen möchte ich mit jemandem sprechen, der sich an der Front auskennt, der sich in Kriegen auskennt, der mittlerweile schon häufiger hier zu Gast war.Torsten Heinig ist wieder da vom YouTube-Kanal Militär und Geschichte.Ich freue mich, Torsten dich wiederzusehen.
Ich bin immer gerne hier.Danke.Torsten, wenn du das hörst, was Kuleba sagt, was Pistorius sagt, was auch so die Berichterstattung in den letzten Tagen, Wochen ist, wie sehr bist du davon überrascht?Stimmt das überhaupt aus deiner Sicht?Wir sehen seit Monaten, muss man fast schon sagen, einen schleichenden Wandel.Am deutlichsten ist er sichtbar geworden mit dem Abschalten von Starlink, weil dann plötzlich plötzlich
die Ukraine an mehreren Teilen der Front um die Initiative ringen konnte und jetzt kommt Schlag auf Schlag, die Situation bessert sich.Letztendlich sehen wir das, was ein Stück weit zumindest diskutiert wurde in den letzten Jahren, nämlich dass Russland endliche Ressourcen hat und die Ukraine zwar schwächer ist, aber Verbündete hat, die um ein Vielfaches stärker sind als Russland.Das heißt, in dem Moment, wo die Verbündeten langsamer in Gang kommen, wo sie sich entscheiden, der Ukraine mit mehr zu helfen als mit dem, was noch irgendwo in einem Lager zu finden war, hat die Ukraine einen Vorteil, den die Russen eben nicht haben, denn die Nordkoreaner mögen ihnen paar Tausend Soldaten geliehen haben, sie mögen ihnen Munition schicken, aber die Russen bekommen nichts Gratis.Sie müssen dafür bezahlen für das, was sie was sie an Hilfe bekommen und die Ukraine bekommt Unterstützung und wir sehen jetzt, dass sich tatsächlich, wenn man so will, ist Hoffnung langsam wieder angebracht.Lass uns da doch noch mal tiefer einsteigen, woher das kommt.Also wenn ich mich zurück erinnere, gehen wir sechs Monate zurück, ein Jahr zurück.
Ich war viel in der Ukraine, dort mit vielen Leuten gesprochen.Da gab es viele, die sehr skeptisch waren, die gesagt haben, die Russen haben eben mehr Menschen, mehr Material, haben aufgeholt in Sachen Drohnen.Das war so die Analyse vor einem Jahr.Viele haben dann prognostiziert, dass sie im Donbass zwar langsam, aber eben stetig vorankommen, dass sie dort Gebiete gewinnen würden.Wir haben dann ja die Verhandlungen erlebt.Auch da war das Gefühl, wenn man mit europäischen Staats- und Regierungschefs damals gesprochen hat, also vor einem Jahr ungefähr bis zum Winter dann, dass die gesagt haben, ja, sie sehen momentan nicht, wie die Ukraine da wieder rauskommen will und und das Ganze umkehren könnte.
Was war was war das Entscheidende da aus deiner Sicht?Ich glaube, Lock hat gesagt, dass die Nottreiber der Innovation ist.Die Ukraine hatte überhaupt keine andere Wahl.Sie musste Wege finden, wie sie mit der jetzigen Situation klarkommt.Und wir sehen jetzt zum Beispiel erste erfolgreiche Angriffe mit Bodendrohnen, wo überhaupt keine ukrainischen Soldaten in Gefahr geraten und sie trotzdem russische Positionen nehmen.Das sollte man nicht überinterpretieren und so glauben, dass das jetzt die Lösung für alles sei.
Aber das sind eben Sachen, die auf russischer Seite einfach nicht passieren.Was sind das?Tolst, ganz kurz Bodendrohnen.Wir müssen da immer alle Leute mitnehmen, die nicht so tief in dem militärischen drin sind.Was sind das für Dinge, die sie dann neu entwickelt haben?Weil Drohnen, ja, die Leute, die sich über den Ukrainekrieg informieren, Drohnen spielen ja schon länger eine Rolle.
Das sind letztendlich kleine Fahrzeuge, die auf dem, die eben fahren und die fernzusteuern sind und die inzwischen Waffen tragen können und in zunehmendem Maße bessere Software haben, bessere Optiken haben und eben auch wieder dank Starlink kommunizieren können.Denn Bodendrohnen haben das Grundproblem, dass die Kommunikation sehr schwierig ist, weil eben jede Bodenwelle, jeder Baum, jede Häuserecke im Prinzip es verhindert, dass man mit dem Gerät die die Verbindung hält.Und wenn die eine Seite Starlink hat und die andere hat nichts Vergleichbares, dann kann die eine Seite eben erheblich leichter mit solchen Mitteln operieren.Und inzwischen ist es so, dass die Drohnen mit den Optiken Ziele erkennen können.Es scheint Hinweise zu geben, dass sie selbstständig zum Beispiel Waffen Nachrichten, also den den einem sich bewegenden Ziel folgen.Da das ist alles noch nicht im endgültigen Sinne klar, wie weit das alles stimmt, aber es zeigt sich zumindest, dass die Entwicklung da rasant vorangeht und die Ukraine in in vielerlei Hinsicht.
Und das ist jetzt nur ein Beispiel von vielen, dass sie eben der Druck, der auf ihr lastete, der hat die Ukraine letztendlich vor die Wahl gestellt, entweder zu brechen oder zu oder ein oder Innovation zu zu entwickeln.Und dort sehen wir, dass sie die Ukraine auch natürlich dank westlicher Hilfe dazu in der Lage war, in vielerlei Hinsicht Innovation.durchzuführen und auf gleichzeitig ist auf russischer Seite hat man geglaubt man könne einfach genügend Masse auf das Problem werfen und das Problem würde irgendwann brechen und jetzt sind wir an dem Punkt angekommen wo aha den Russen die Masse nicht mehr so ganz reicht das heißt was die Soldaten angeht was das Material angeht wird es langsam enger und gleichzeitig ist es so dass die die die große Masse des russischen Einsatzes natürlich auch viel Logistik erfordert und in dem Moment wo die Ukrainer in tiefen rückwärtigen Raum zu erfolgreichen Schlägen übergehen können gibt es auch viel mehr Logistik die sie angreifen können was die Russen wiederschwächt also wir sehen einen langsamen Shift zugunsten der Ukrainer vielleicht sollte man an der Stelle sagen dass man das noch nicht überbewerten sollte also ich würde jetzt noch nicht erwarten dass die Ukrainer in zwei Jahren auf der Krim stehen da wird noch sehr sehr viel nötig sein um irgendwie einen fundamentalen Wandel zu ermöglichen denn was wir aktuell auf ukrainischer Seite sehen sind kleine lokale Angriffe mit wenigen Soldaten die schnell eine Position nehmen schnell die Russen zurückwerfen bevor die Russen reagieren können denn Mangel Starlink ist die Kill Chain also die Dauer zwischen dem Erkennen eines Feindes und dem erfolgreichen Bekämpfen hat sich erheblich verlängert und das eröffnet ein Zeitfenster für die Ukrainer das nutzen sie aber das heißt nicht dass sie zeitnah in der Lage sein werden einen Panzervorstoss zu führen der sie 200 Kilometer ins russisch besetzte Gebiet vorführt also da muss man ein Stück weit realistisch bleiben diese Frage der Innovation das finde ich hochspannend du sagst weil eben die Ukraine so unter Druck stand hat sie es geschafft sich da dann auch durch diesen Druck weiter zu entwickeln in Sachen Drohnen aber auch in anderen Technologien und auch durch die Hilfe aus dem Westen aber wieso kann oder konnte Russland das nicht wir wissen ja auch wie viel Spionage stattfindet also russische Spionage in der Ukraine dass Russland unterstützt wird von Chinaaus dem Iran, dass man aber auch bestimmte Teile aus dem Westen immer noch bekommt über Umwege.Also was können die Ukrainer da so viel besser, was die Russen sich nicht schnell abgucken können und dann kopieren, wie sie es ja bei bestimmten Drohnen in der Vergangenheit auch gemacht haben und dann einfach mehr produziert haben?Also die Russen kopieren selbstverständlich, sie haben auch eigene Innovationen und die zeigt auch mitunter eigene Erfolge.
Also das sollte man nicht kleinreden und zu tun, als ob die Russen unfähig seien, Innovationen durchzuführen.Aber es ist zum Beispiel so, dass die Ukrainer jetzt 150 Kilometer hinter der Front erfolgreich Angriffe mit Drohnen fliegen können, mit denen sie eine direkte Verbindung aufrechterhalten, wo ein Pilot sehen kann, was am Boden ist, wo es Ziel auswählen kann, dem Ziel folgen kann und dazu braucht man Kommunikationsmittel, die nicht erfolgreich gestört werden können.Und da ist es nicht nur Starlink, was wirkt, aber auch Starlink und das zum Beispiel ist den Russen schlicht entrissen worden.Die Russen haben Starlink ja beispielsweise auf dem Molnia Drohnen benutzt.Es hat dort hatten sie die Erfolge, aber sie sind Was sind die Molnia Drohnen?Nur, dass wir da auch wieder die Leute mitnehmen?
Das sind kleinere Drohnen für kürzere Distanzen als die Shahid, kleinerer Gefechtskopf, die so eher im rückwärtigen Raum teilweise sind sowohl bis 100 Kilometer geflogen, aber meist so 50 Kilometer etwas mehr eingesetzt werden können und da halt dann kleinere Ziele bekämpfen können.Der Gefechtskopf ist nicht allzu groß, aber für einen LKW zum Beispiel reicht es völlig aus und kann entsprechend dem die die Gefechtsfeldabriegelung durchführen.Dort ist vor allem die Rubicon-Einheit der Russen sehr erfolgreich drin gewesen, also den den Nachschub im Prinzip zur Front so weit zu verringern, dass die ukrainischen Soldaten an der Front permanenten Mangel haben und dadurch natürlich weniger stark, weniger effektiv kämpfen können, was es dann wiederum leichter macht, den Russen vorzurücken.Und da waren die Russen haben die Molnia eingesetzt, unter anderem mit anderen Mitteln und die Molnia. Molnia.war dann in zunehmendem Maße mit Starlink ausgestattet und das fehlt ihnen jetzt also die Russen können Innovationen durchführen aber Starlink ist eines der großen Mittel inzwischen gibt es US Firmen die die US Technologie Macht nutzen und aktiv helfen die aktiv die die Unterstützung leisten die vergleichbares hat Russland nicht das ist das ist der Punkt Russland hat einen großen Nachteil gegenüber der Ukraine es es fehlen ihm die Unterstützer im Ausland die die bereit sind auch was dafür zu tun das ist gewiss was genau ist das noch was die Ukraine aus dem Westen vielleicht auch aus Deutschland bekommt oder aus Europa aus den USA was ihnen jetzt so sehr hilft gerade also zum Teil sind Sachen die die Russen durchaus auch bekommen wenn wir jetzt zum Beispiel anschauen dass die Ukrainer in der Lage sind einen Teil ihrer Produktion in den Westen auszulagern da könnte man argumentieren das tun die Russen ja genauso weil sie eben Komponenten aus China bekommen es ist es ist also so dass die Russen sehr wohl in einem gewissen Maße ebenfalls Hilfe bekommen was ich halt eher glaube ist dass wir in der Phase jetzt sind wo die Ukrainer wieder an an Elan gewonnen haben durch die westliche Hilfe aber das wäre dann der andere Punkt das ist keineswegs ein dauerhafter Zustand meines Erachtens ist und bleibt aber der größte und der wichtigste Faktor des Abschalten von Starlink weil das eben die Russen in einer Breite schwächt dadurch dass sie zum einen Drohnen selber nicht mehr damit ausstatten können und zum anderen vor allem entlang der Front nicht mehr in der Lage sind schnell zu kommunizieren damit nicht mehr in der Lage sind die Killchain aufrechtzuerhalten während auf ukrainischer Seite das weiterhin der Fall ist und wenn du darauf schaust was Russland nicht mehr hat oder wo es schwieriger wird was ist da das Entscheidende wir haben schon über über die Zahl der der der Soldaten gesprochen was passiert dadie das was auch wieder ein Stück weit absehbar war die Russen haben nach dem September 22 wo sie die Talmobilisierung durchgeführt haben haben sie versucht das alles mit Freiwilligen zu decken da gibt's immer wieder die Berichte dass die zum Teil nicht so ganz freiwillig sind aber in der Masse sind es eben Freiwillige und wir haben zum Beispiel russische Millblogge die berichten wie sich die Soldaten die sich gemeldet haben verändern zu Beginn waren es die Patrioten dann waren es die die Geld gebraucht haben dann kamen die Kriminellen und inzwischen sind es Alkoholiker und Assoziale die die irgendwo aufgesammelt werden ich meine die Russischen sollte die Russen die russische Bevölkerung weiß in der Mehrheit was sie heute erwartet wenn sie an die Front gehen sie wissen dass ihre Überlebenschancen überschaubar sind die Berichte der Korruption die Berichte davon dass Offiziere erpressen wenn man nicht ein Teil seines Gehaltes abgibt kommt man in die Sturmabteilungen und wird entsprechend an der Front verheizt all diese diese Meldungen kommen sicher nach und nach natürlich in der Masse in der Bevölkerung ein und verringern damit die Zahl der Freiwilligen so dass auch die steigenden Prämien die nach wie vor in einigen Provinzen weiter steigen nicht nicht wirklich mehr in der Lage sind dabei mitzuhalten das führt zu dem Personalmangel und der Mangel setzt sich eben dann in anderen Teilen fort die Depots werden langsam in in langsamem Maße leer die Russen sind finanziell angeschlagen wir haben in ich glaube das das Staatsdefizit wird etwa fünfmal so hoch sein wie veranschlagt sie haben in den ersten vier Monaten zweieinhalb Prozent bereits BIP als Defizit gehabt und eingeplant waren es fürs ganze Jahr irgendwie oder Prozent und so kommt es von einem zum anderen die negativen Effekte kumulieren sich wir haben ukrainische Angriffe auf die russische Flugabwehr seit Kriegsbeginn jetzt kommt offensichtlich der Kipppunkt wo die Russen nicht mehr in der Lage sind bei gleichzeitig steigender Anzahl ukrainischer Drohnen also einweg also einweg
die die aufzuhalten.Das heißt, wir kommen in den zunehmenden Massen einem Punkt, wo die Ukrainer trotz ihrer verhältnismäßig schlechten Waffen und da braucht man nichts, nichts, da sollte man nichts Falsches sagen.Der Flamingo hat einen großen Gefechtskopf, ist aber nur bedingt genau.Ist außerdem ein riesiges Ziel, kann also leicht abgeschossen werden.Die Drohnen sind langsam und der Gefechtskopf ist klein.Also, obwohl das weiß Gott keine Hightech-Waffen sind, die großartig sind, können die Ukrainer trotzdem Tag auf Tag beziehungsweise Nacht auf Nacht immer wieder dasselbe Ziel angreifen.
Die Russen sind nicht effektiv in der Lage, das zu verhindern.Wir haben es zum Beispiel mit Tuapse gesehen haben, wo wirklich mit was Tuapse diese diese Öl die Raffinerie dort und das Öllager dort, wo ich glaube in in zehn Tagen irgendwie sechs erfolgreiche Angriffe durchgeführt wurden, weil eben ein Punkt bekommen ist, wo der Mangel der Russen in an in sich sich selbst beschleunigt.Die die die die ständige Zerrüttung durch die ukrainische Seite zeitlangsam einen Effekt.Ich glaube, wir haben hier auch auf dem Kanal in der Vergangenheit schon darüber gesprochen, dass ein Abnutzungskrieg per Definition eben immer beide Seiten abnutzt und damit natürlich auch die Russen, selbst wenn sie in den letzten Jahren als die stärkere Seite gewirkt haben, so so funktioniert ein Abnutzungskrieg eben nur, indem auch die Russen abgenutzt werden und das war das sehen wir jetzt eben den den Effekt davon.Thorsten, jetzt haben wir ja schon ganz viele verschiedene Phasen in diesem Krieg erlebt.Also der Angriff, der russische Angriff, 2022, 24. Februar.
Experten, die sagen, Kiew führt schnell fallen.Die Ukraine verteidigt sich, schafft es dann, die Russen abzuwehren.Dann die Gegenoffensiven, also Ende 22, Resson, Izium, also Osten und Süden, die erfolgreich waren.Dann aber eine gescheiterte ukrainische Gegenoffensive 23 und ab dann ging es eigentlich für die Ukrainer in unterschiedlichen Tempo eher bergab.Also die Russen Russenhaben nach und nach Gebiete erobert.
Ich habe die sehr skeptischen Experten angesprochen und egal mit wem man gesprochen hat, auch eben mit Menschen, die innerhalb der ukrainischen Regierung eine große Rolle spielen, die sehr skeptisch waren, auch gerade in den in den vergangenen Monaten.Du bist einer der Kriegsexperten, du analysierst so viel jeden Tag.Erkläre mal, woher kommen diese unterschiedlichen Phasen zustande in in einem Krieg, dass mal die eine Seite im Vorteil ist, dann wieder die andere über aber über so einen langen Zeitraum, also dass sich dann ja bald viereinhalb Jahre, im fünften Jahr des Krieges, es so viele unterschiedliche Phasen gibt.Ist das normal?Völlig normal.Das können wir uns in zahlreichen anderen Kriegen anschauen.
Wir haben das an an unterschiedlichsten, also was weiß ich, wenn wir nur den Zweiten Weltkrieg nehmen, wo die Wehrmacht als als unbesiegbar wirkte und wie wir alle wissen, wie es endet hat.Wir können uns Japan anschauen, wo es ähnlich war.Die selbst in 1944 noch mit Unternehmen Itchigo war es, glaube ich, fällt mir der Name gerade nicht ein.Also die die Offensive in China, die Chinesen haben sie noch 1944 die Chinesen beiseite gefegt geradezu und ein Jahr später mussten sie kapitulieren.Also es ist völlig, es ist relativ normal in einem Krieg, der der nicht schnell vorbei ist.Natürlich kann ein Krieg auch in wenigen Wochen vorbei sein, aber dass ein Krieg Phasen hat, wo es vor und zurück geht, das können wir auch Iran-Irak-Krieg sehen.
Da war es ähnlich.Das ist eine Phase, die halt von von internen und äußeren Faktoren abhängt.Wirtschaftliche Schäden zum Beispiel brauchen eine Weile, um zu wirken, denn das Geld ist ist auf ist zu einem gewissen Zeitpunkt verbraucht.Angehäufte Vorräte sind irgendwann verbraucht.Maschinen, die nicht ersetzt werden können, die haben irgendwann Verschleißanfällen aus.Das sind so Faktoren, die einfach eine Weile brauchen.
Und bei der Rekrutierung zum Beispiel hat die Ukraine weiterhin Probleme, aber die Russen haben sind halt viel leichtfertiger. leichtfertiger.mit ihrem Personal umgegangen, haben daher einen viel höheren Personalverbrauch gehabt.Und was jetzt dann zum Beispiel dort eine Konsequenz ist, dass eben die Russen in zunehmendem Maße teilweise Einheiten, die Panzersoldaten zu den Sturmgruppen schicken müssen und weil sie nicht mehr genügend Personal dafür haben, das dauert eben alles.Und wenn wir die ersten die ersten Wochen des Krieges anschauen, da war sicherlich entscheidend, dass die Russen sich völlig übernommen haben vor Kiew besiegt wurden und das natürlich der Ukraine wie aber auch der Welt gezeigt hat, dass die Ukrainer prinzipiell siegen können.Dann kam ausländische ausländische Unterstützung.Die Ukrainer haben bei der Balaclava-Offensive, also da bei Izium in der Gegend, dort haben sie zum Beispiel wesentlich auch polnische Kampfpanzer eingesetzt, die in Polen geliefert hatte, die T72M, die Polen geliefert hatte.
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Get started freeDas ist die Polen hätten vielleicht nicht in den ersten fünf Tagen geliefert.Dort war der Sieg vor vor Kiew hat dort eine große Rolle gespielt.Die Ukrainer hätten nach Kiew nach Izium nach nach Balaclava und nach Cherson möglicherweise auch mit der weiteren Offensive erfolgreich sein können.Dort hatten sie allerdings Verluste erlitten und sie die die weitere Unterstützung aus dem Ausland kam nicht.Die die Russen hatten Zeit, die Surovikin-Linie anzulegen, hatten entsprechend Zeit, sich auf die erwartbare ukrainische Offensive vorzubereiten, die mindestens ein halbes Jahr unnötig verzögert wurde und sich dementsprechend schnell totgelaufen hat.Und dann seither hatten die Russen die Initiative.
Kleinere ukrainische lokale Gegenangriffe, lokale lokale Gegenoffensive wie in Kursk haben da ja prinzipiell nichts dran geändert.Aber wir sind eben in einem Abnutzungskrieg und das ist keineswegs automatisch so, dass die größere Nation dort schneller verliert.Das es gibt zahlreiche historische Beispiele, wo nominell kleinere schwächere Nationen am Ende gewinnen.Das ist können wir als Deutsche zum Beispiel schauen, der siebenjährige Krieg, in dem hätte Preußen hätte Preußenkeine Chance haben sollen und trotzdem hat's am Ende den Krieg überstanden, weil eben äußere Faktoren und innere Faktoren damit eine Rolle spielen.Da können wir Napoleon zitieren, dass das physische zum psychischen, nee, dass das psychische zum physischen wie drei zu eins ist.
Also wenn die die eine Seite motiviert ist, weiß, wofür sie kämpft, und die andere kommt wegen Geld und und merkt an der Front, dass sie ausgenutzt wird, dass sie erpresst werden, dass eben sie misshandelt werden, dann spielen das alles spielt spielt damit eine Rolle.Also historisch gesehen ist es nichts Besonderes, dass das Kriegsglück von der einen Seite zur anderen wandelt und dann wieder zurückkommt.Und genauso kann es theoretisch auch sich wieder zu Lasten der Ukraine entwickeln.Denn wir, ich will dann an den Stellen immer betonen, wir brauchen jetzt noch nicht die die die Siegesparaden zu planen.Absolut nicht.Du du hast vollkommen recht.
Nur nur allein die Tatsache, dass es ein bisschen in eine andere Richtung bewegt und und ich will überhaupt nicht davon sprechen, dass die Ukrainer groß imstande sind, Gebiete zurückzuerobern.Da sind wir gar nicht.Aber allein die Tatsache, dass sie diesen Vormarsch momentan so intensiv stoppen können, dass sie mit mit Innovationen es eben schaffen, Russland so unter Druck zu setzen, wie es verschiedene Beispiele zeigen.Allein das sorgt ja schon für Aufmerksamkeit und in Teilen eben für Verwunderung, wie sie das geschafft haben.Also ein ein ein zumindest Mini Comeback, wenn man so will, zu schaffen.Aber du hast vollkommen recht.
Lass uns über diesen ist über diesen Jetztzustand sprechen.Wie ist der tatsächlich jetzt zwischen der Ukraine und Russland?Also was was passiert an diesen verschiedenen Frontabschnitten?Wir haben hier immer wieder im Podcast über den Donbass gesprochen, also über Donetsk und Tschernihsk, den Russland immer noch nicht kompletterobert hat, obwohl das das Minimalziel Putins war.Dann gibt es die Richtung Saporischja, also im Süden.
Es gibt Cherson.Also wo stehen wir da an diesen Frontabschnitten und was passiert da momentan?Also es ist so, dass sich die Front nach wie vor bewegt, aber wirklich im Schneckentempo.Wir haben und das ist bereits bemerkenswert, an mehreren Teilen der Front, wo zunehmend klarer die Ukrainer die Initiative haben.Das heißt, wenn wir Saporischja entlang des alten Kakhovka-Stausees entlanggehen, dort ist gerade der Druck der Ukrainer eindeutig größer als der der Russen.Gehen wir 50-100 Kilometer nach Osten, ist es schon wieder umgekehrt.
Bei Huliaipole sind es die Russen, die die Initiative innehaben.Gehen wir 50 Kilometer nach Norden oder 100 in Richtung Pokrovsk und in Richtung Meshovka, dort sind wieder die Ukrainer, die den Druck aufrecht erhalten.Bei dem bei Pokrovsk dann sind es wieder die Russen.Bei bei Kostiantynivka sind es weiter die Russen.Auch in Richtung Kramatorsk und und Slaviansk sind die Russen, die den Druck aufrecht erhalten.Bei bei Liman gab es zuletzt ukrainische Erfolge.
Dann weiter nördlich Borova sind es wieder die Russen.Bei Kupiansk ist es gerade ein bisschen unklar.Dort erhöht sich gerade der russische Druck, aber ich sehe noch nicht, dass sie nennenswerte Erfolge gehabt haben.Aber es könnte gerade wieder die Initiative zu den Russen wandeln und so geht es eigentlich rum.Aber das ist, wie gesagt, das ist bereits bemerkenswert, dass wir von mehreren Frontabschnitten sprechen.Man kann immer an einem Frontabschnitt eine Initiative erzwingen auf Kosten der anderen.
Können wir wieder das historische Beispiel nehmen: die Ardennenoffensive.Daher würde niemand erwarten, also 1944 Ende des Jahres, wo die letzten Reserven des Dritten Reiches in den Westen geworfen wurden und man dort kurzzeitig einen Vormarsch erzielt hat.Da wird niemand erwarten, dass das eine Kriegswende gewesen ist, außer irgendwelchen Verblendeten in den in den damaligen Hauptquartieren. damaligen Hauptquartieren.die entsprechend ideologisch waren, aber mit einem entsprechenden Aufwand und der Konzentrierung der Kräfte kann man notdürftig an einer Stelle vielleicht die Initiative erzwingen auf Kosten anderer Gebiete.Aber wir sehen das jetzt, dass die Ukraine an verschiedenen Bereichen die Initiative umkämpft oder sogar innehat und an den anderen nicht wirklich nachgeben muss.Und das ist eben der große Wandel zu den mehreren Jahren zuvor im Prinzip, wo es, wo die Initiative in Kurs zum Beispiel erkauft wurde mit großen Verlusten in Donbas, die gleichzeitig erlitten wurden.
Und hier ist hier ist es anders und das zeigt eben, wie sich die wie sich die die Situation geändert hat, dass die Ukraine jetzt standhalten kann, weil sie eben laut den Berechnungen des Instituts for the Study of War hat sie jetzt im April zum Beispiel mehr Territorium befreit, als sie verloren hat.Ich würde es nicht ganz unterschreiben.Ich kann das mit den Karten, mit denen ich arbeite und Geolokalisierung nicht so ganz verifizieren, aber es ist zumindest nicht weit davon entfernt.Und all das sind Entwicklungen, die eben nicht erwartet gewesen wären ein Jahr zuvor und zeigen, dass die Ukraine die Situation zunehmend unter Kontrolle bekommt und die Russen zunehmend Probleme haben vorzurücken.Selbst wenn sie irgendwo drei Kilometer vorrücken, besteht die realistische Chance, dass die Ukrainer ihrerseits an anderer Stelle drei Kilometer vorgerückt sind.Und damit haben wir momentan einen einen relativen, was die die die Entwicklung an der Front geht, einen relativen Stillstand, weshalb der rückwärtige Raum viel interessanter wird und dort sehen wir eben gerade einige sehr positive Entwicklungen für die Ukraine.
Der rückwärtige Raum, damit meinst du auch in Richtung Russland?Ja, wir haben zum einen haben wir natürlich die immer erfolgreicheren ukrainischen Angriffe in der strategischen Tiefe Russlands, wo jetzt immer häufiger mehr ukrainische Luftmittel Wirkmittel, sagen wir mal, unterwegs sind als die Russen.Wir haben jetzt mehrere Nächte gehabt, wo die Ukrainer mehr Drohnen nach Russland geschickt haben als die Russen in die Ukraine.Ich habe erste Berechnungen gesehen.Auch hier sollte man mich nicht unbedingt zitieren, aber angeblich sollen die Ukrainer im April mehr Luftwirksmittel auf Russland geschossen haben als umgekehrt.Also auch dort sehen wir Entwicklung, aber das ist nicht alles.
Wir haben auch den rückwärtigen Raum, also hinter der Front, vor allem in der Tiefe dort der tiefere rückwärtige Raum, so 50 bis 150 Kilometer, hat sich in den letzten anderthalb Monaten eine Entwicklung gezeigt, die auf Seiten der russischen Milblogger in zunehmender Masse gerade zu Panik auslöst.Wir haben die ersten, die sagen, man sollte Antisatellitenwaffen gegen Starlink einsetzen, trotz aller Effekte, die das haben würde, denn ansonsten, wenn die Ukrainer es schaffen, die Krimbrücke zu zerstören, verlieren wir den ganzen Süden.Ganz gut, müssen wir einmal erklären, was sind das Antisatellitenwaffen?Wer redet da?Warum über Starlink?Weil die Ukrainer eben mit Drohnen in der Lage sind, bis Mariupol, was 120 Kilometer hinter der Front ist, und die Drohnen werden ja nicht direkt an der Frontlinie gestartet.
Also die Ukrainer haben Drohnen, die 150 Kilometer weit fliegen können und dort nach Zielen suchen können.Was bedeutet in dem Raum, in dem die Russen nutzen, um die Logistik aufrechtzuerhalten?Der ist jetzt akut bedroht entlang des gesamten entlang der gesamten Front und das hat verheerende Auswirkungen.Fängt mit der Moral an, dass in Gebieten, wo sich die Russen bislang sicher gefühlt haben, weil zwar ab und an mal ein Angriff kam auf irgendein Depot, auf irgendein Hauptquartier, aber wer in seinem LKW auf der Straße gefahren ist, der war schlicht sicher und der kann heute von einer Drohne getroffen werden und das ist für die Moral furchtbar, aber das führt auch zu einem permanenten Abnutzen.Wenn wir uns vorstellen, ich habe heute so Zahlen und so weiter angeschaut, wenn wir uns angucken, die fünf Prozent Verluste bedeutet, dass nach 30 Einsätzen nur noch 21 Prozent übrig sind.Das muss man also
sehen.Logistik ist was, was sich täglich wiederholt.Wenn dort eine relativ kleine Zahl an permanenten Verlusten entsteht, summiert sich das gewaltig auf.Und das ist gerade das, was auf ukrainischer Seite passiert, wo immer mehr Drohnen kommen, wo also die Situation tendenziell schlimmer wird.Die Russen wegen der fehlenden Flugabwehr in zunehmendem Maße nicht mehr in der Lage sind, dagegen vorzugehen, zumindest für den Moment.Zum Teil sind ihre Flugabwehrsysteme nicht geeignet, um dagegen zu wirken, weil die Drohnen selbst zu klein sind, als dass zum Beispiel der Annäherungszünder auslöst.
All diese Sachen, das heißt, der rückwärtige Raum wird inzwischen in zunehmendem Maße terrorisiert von der ukrainischen Seite, was die Logistik der Russen angeht.Wo wirklich die russischen Millblogger von kleineren bis mittelgroßen in zunehmendem Maße immer schrillerere Töne äußern, wie die Situation ist.Und du hast die Antisatellitenwaffen angesprochen.Starlink spielt dort eine große Rolle.Und es gibt Mittel, um Satelliten abzuschießen.Die Russen haben einen Test durchgeführt, ich glaube 2001 oder so, also oder was 2010, also einige Jahre in der Vergangenheit, wo sie einen eigenen Satelliten, der ausgefallen war, der zu alt war, abgeschossen haben als Machtdemonstration.
Man schießt den mit einer Rakete ab und zerstört ihn damit.Der Nachteil ist dabei, entsteht eine Trümmerwolke und diese Trümmerwolke kann weitere Satelliten treffen und diese wiederum zertrümmern und dann kann der sogenannte Kessler-Effekt entstehen, der im Prinzip um die Erde herum ein Trümmerfeld erzeugen kann, das sich immer stärker vergrößert, bis kein, bis nichts mehr ins All fliegen kann.Und wir haben jetzt russische Millblogger, die sagen, wir werden überhaupt keine andere Wahl mehr haben, als Starlink abzuschießen, die Satelliten abzuschießen, denn wir verlieren aktuell im Süden die Logistik und die Ukrainer sind jetzt in der Lage, die Landbrücke zur Krim hin in zunehmendem Maße die Straßen dort, die dort gebaut wurden, wo die gesamte Logistik läuft, wo der Nachschub läuft, wo der Treibstoff läuft, den die Russen nach Möglichkeit weiterhin nicht über die Krimbrücke schicken. schicken.der kann jetzt alles von ukrainischen Drohnen angegriffen werden, so dass sie dort die Logistik in zunehmendem Maße schwächen werden.Und wie gesagt, auf russischer Seite führt es aktuell zu Panik.Die Situation kann sich immer ändern.
Die Russen können noch eine Innovation haben, aber für den Moment sind die Töne ziemlich schrill aus von Seiten des russischen Lagers.Wie ist das zu erklären, dass die Russen in dieser Frage so sehr die Kontrolle verloren haben und dass die Ukrainer mit den Drohnenangriffen in Richtung Russland so erfolgreich geworden sind und Russland eben die Abwehrmöglichkeiten fehlen?Also wir haben hier in der Folge mit Fried Pleitgen auch über die Parade gesprochen am 9. Mai, die große Sorge davor, ja, wo es dann die Verhandlungen gab.Also wie ist das zu erklären in der Entwicklung auch in den vergangenen Monaten und Jahren, dass die Russen dagegen keinen Mittel gefunden haben?Russland hat halt begrenzte Mittel.Es wird immer ja Russland.
Man muss das BIP umrechnen auf die tatsächliche Kaufkraft und dann steht Russland ein bisschen besser da als in reinen Zahlen.Aber Russlands Mittel sind einfach begrenzt und Russland mag eine Satellitentechnologie haben.Sie mögen in der Lage sein, Raumfahrt zu betreiben, aber sowas wie Starlink bekommen sie nicht hin.Und dann hat sich ihr Militär auf amerikanische Technik abgestützt, hat sich darauf verlassen, was wiederum den Innovationsdruck verringert hat.Denn wenn man eine Logistik mit Starlink aufbaut, wenn man eine Stellung nimmt zehn Kilometer weiter vorne und hat fünf Minuten später eine Breitbandverbindung, weil man sein Starlink dabei hatte, dann ist der Druck auch nicht da, Alternativen zu machen, die es theoretisch ja gäbe.Man könnte ja wieder Kabel verlegen, man könnte Glasfaserkabel ziehen oder was auch immer.
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Get started freeAuch wenn die natürlich angegriffen werden können, aber theoretisch gibt es Mittel, die natürlich viel aufwendiger sind und von russischer Seite hat man sich darauf verlassen.Man hat nicht nur Starlink benutzt, man hat Telegram genutzt für die militärische Kommunikation.Discord wurde benutzt, um zum Beispiel Aufnahmen von Drohnenzu streamen.Das heißt, man hat sich einfach mit den frei verfügbaren Apps bedient.Und wenn die einem plötzlich abgeschaltet werden, dann hat man eben auch nicht in den vergangenen Jahren die Ressourcen gehabt, um an Alternativen zu arbeiten, weil schlicht Russland eben die gesamte Zeit am Limit kämpft.
Das ist eben das, was was die Realität ist, ist eben nicht die, dass Russland die ganze Zeit eine Hand auf dem Rücken hat, sondern dass es sehr wohl mit ernster Kraft versucht, die Ukraine zu besiegen.Und es mag die ganzen Jahre stärker gewesen sein, aber auch Russlands Ressourcen sind beschränkt und die Ukraine hat den Vorteil, dass sie die Starlink Terminals kaufen muss, aber nicht die Starlink Satelliten.Und die Russen müssen jetzt im Prinzip eigene Satelliten ins All bringen, was sie aktuell nicht können.Also was vergleichbar ist.Das eine, Torsten, ist der Drohnenkrieg, über den wir hier immer wieder sprechen und du das auch gerade sehr plastisch beschrieben hast.Wir haben hier aber auch immer wieder über die Frontlage, also über die die Soldaten an vorderster Front gesprochen, auch auf ukrainischer Seite und auf russischer Seite.
Für diejenigen, die sich das nicht vorstellen können, wie der gerade der Krieg abläuft, also der der eben nichts mehr damit zu tun hat, wie es 2022, 23 mal aussah.Wie sehr kommt es noch auf die Anzahl der Soldaten an auf der jeweiligen Seite?Wir wissen ja auch, dass es in der Ukraine viele gibt, die sagen, wir wollen dort nicht an die Front, die flüchten, die sagen, wir wollen nicht eingezogen werden.Das gibt es eben auch auf russischer Seite.Also wie sehr ist das überhaupt noch dort momentan ein Krieg, wie wie wir ihn aus der aus der früheren Zeit kennen?Ich glaube, dass wir dort sehr wohl weiterhin die Infanterie die entscheidende Rolle spielt.
Also es wäre falsch zu glauben, dass weil die Ukraine die Russen jetzt stoppen können und weil sie mal Drohnen einsetzen können am Boden, dass der Infanterist deswegen ausgedient hätte.Wir haben zum einen beispielsweise Geschichten, dass ukrainische Soldaten 300.Tage lang in einer Stellung wart.Das ist der Grund, weil die Rotation zu schwierig war und weil man auch nicht beliebig viel Personal hatte, was man riskieren kann für eine Rotation.Wir haben in Huliai Pole immer wieder ukrainische Berichte gehabt, dass ukrainische Analysten wie Konstantin Maschowetz zum Beispiel gesagt haben, dass die Situation dort die gefährlichste sei, denn die Russen würden vorrücken, man würde den russischen Soldaten bei der Infiltration identifizieren, aber man habe keine Infanterie, die dann reingeht und ihn wieder wirft.Das heißt, man musste versuchen, es aus der Luft zu machen und wenn doch, wenn man Infanterie hat, dann muss man die zusammenklappen von anderen Teilen der Front.
Man muss Frontfeuerwehr spielen.Die identischen Infanteristen müssen von Kampfeinsatz zu Kampfeinsatz gehen, was sie auslauert.Also Infanterie wird am Ende weiter eine große Rolle spielen und wird einer der Gründe sein, weshalb die Ukrainer wohl nicht in einem Jahr auf der Krim stehen, weil am Ende der Infanterist natürlich weiterhin notwendig ist und dort auf ukrainischer Seite weiterhin ein großer Mangel herrscht.Die Russen in dem Moment, wo sie die Offensivbemühungen aufgeben, werden sind weniger Verluste haben und werden auch bessere Chancen haben, die Front zu halten.Aber für die Ukrainer ist nach wie vor der Infanterist nötig.Wir haben zum einen völlig unzureichende Rotation.
Wie gesagt, das liegt auch daran, dass eine Rotation genau an den Drohnen, weil es halt keinen Sinn hat, zehn Mann zu verlieren, um einen um einen herauszubringen.Da ist es vielleicht so so furchtbar, es ist schlauer, den dann lieber drei Monate in dem Loch zu lassen, denn während er rausrotiert wird, kann er auch sterben.Also es ist das ist eine katastrophale Situation, die auf ukrainischer Seite ebenfalls herrscht.Aber eben wenn man Positionen nehmen will, dann kann man in Einzelfällen das mal mit Drohnen machen.Aber die Drohnen haben begrenzte Geländefähigkeit und denen fehlt auch die Sensorik von Menschen.Die können nicht einfach eine Leiter hochklettern und was weiß ich was alles.
Also da wird der Infanterist weiter nötig sein und dort wird der Infanteriemangel der Ukraine auch weiter eine Rolle spielen, wenn es da.geht, ihr eigenes Territorium zurückzuerobern.Also der Infanterist spielt weiterhin eine große Rolle.Wir haben nicht mehr das, was wir, wenn wir uns bildlich den Ersten Weltkrieg vorstellen, Schützengraben, wo Schulter an Schulter der Soldat steht.Das ist nicht mehr der Fall.Wir haben Positionen einzelne, wo zwei, drei Mann drin sind und die nächste Stellung kann Kilometer entfernt sein oder zwei oder in der Stadt vielleicht mal 300 Meter entfernt sein.
Aber dazwischen ist nichts und dann kann es eben auch sein, dass die russischen Soldaten in diesen Lücken durchbrechen und dann im rückwärtigen Raum eine neue Position beziehen, dort zwei, drei Mann Verstärkung haben, sodass man eine völlig zerfranste Frontlinie hat, wo auf beiden Seiten man Position hat hinter den Linien der anderen, wenn man so will.Das ist durch die jetzige Situation, durch die Drohnenbedrohung dann natürlich auch durch die Gleitbomben erzwungen, denn in dem Moment, wo gerade natürlich die Ukrainer, wenn die eine starke Position aufbauen, die auch Druck aushalten kann, der Russen, die eine Position verteidigen kann, wenn sie die Infanterie dafür haben, dann bekommen sie eine Gleitbombe ab und diese Stellung ist ausgelöscht.Die Ukrainer haben ebenfalls Gleitbomben, natürlich nicht so viele, aber das Problem gilt ein Stück weiter natürlich auch für die Russen und das ist gerade der Punkt.Aber der Infanterist ist und bleibt das Mittel der Wahl, weil wenn ich Positionen nehmen und halten will, kann ich das vereinzelt mit Unterstützung von Drohnen machen.Aber wir sind noch weiter von entfernt, dass die komplett ersetzt werden können, auch wenn es immer wieder Geschichten gibt, dass eine Bodendrohne mal eine Stellung für 30 Tage gehalten haben soll und so weiter.Das ist schon korrekt, aber es ist eben keineswegs so, dass das universal anwendbar wäre und damit die Aussicht wäre, dass das die alle ukrainischen Probleme lösen wird.
Diese Situation, die du da gerade beschreibst, ist es dann am Ende nicht so, dass wir hier eine tatsächliche Patt-Situation haben, die auch von beiden Seiten nicht wirklich auflösbar ist, denn selbst wenn die Ukrainer noch weiter in den Vorteil gingen gingenkämen, hätten sie dann bei Offensivaktionen ja die gleichen Probleme, die die Russen jetzt haben.Also was versprechen sich gerade die Russen militärisch oder auch die Ukrainer militärisch bei bei Offensivbewegungen?Das scheint ja einfach aufgrund dieser Problematik nichts zu gehen, oder?Also von russischer Seite hat man einfach geglaubt, wir müssen nur genügend Körper auf das Problem werfen, dann geben die Ukrainer irgendwann auf.Inzwischen haben wir renommierte große russische Milblogger, die sagen, selbst eine Mobilmachung bringt nichts.
Wenn wir fünf Millionen einziehen, haben wir nur fünf Millionen mehr Tote.Das heißt, bei russischer Seite ist die die Hoffnung einfach mit genügend Personal die Ukrainer wegdrücken zu können.Weg.Auf ukrainischer Seite fehlt es Personal, um großes Territorium zurückzuerobern.Aber wir müssen jetzt ein paar Faktoren bedenken.Zum einen ist technische Innovation weiterhin möglich.
Die, wenn wir uns den Ersten Weltkrieg anschauen, wir haben gerne geschichtliche Beispiele genommen, dort war 1915, 1916 war die Taktik mit Trommelfeuer und Menschenwellen, zu versuchen, den Feind niederzuringen.Die tatsächliche Bewegung kam dann durch Kampfpanzer und durch Schlusstruppen, also durch kleine bewegliche gut ausgebildete Infanteristengruppen oder aber durch gepanzerte Fahrzeuge.Das heißt, eine Innovation in diesem Maße kann durchaus zu erwarten sein oder kann durchaus eine Möglichkeit sein, dass eine der beiden, wenn eine der beiden Seiten in nennenswerten Maße in der Lage ist, die Drohnen der anderen Seite zu unterdrücken, dann kann plötzlich sehr schnell wieder Bewegung reinkommen.Technische Ansätze dafür gibt es vielerlei, von von beispielsweise halbautomatischen bis automatischen Waffenplattformen auf Fahrzeugen, die Beobachtungsdrohnen wie FPV-Drohnen abschießen können mit Maschinenwaffen und so weiter.Ist alles noch nicht noch nicht frontreif, aber es wird aktiv und intensiv daran gearbeitet.Dann kann sich die Front bewegen mit einer massiven technologischen Innovation.
Wenn die aber nicht rechtzeitig genug kommt, dann dannmüssen wir es natürlich so sehen, dass wir uns anschauen müssen, wer was die beiden Seiten wollen.Die Russen wollen die Ukrainer niederwerfen und das können sie nicht, wenn sie liegen bleiben, wenn sie nicht mehr vorankommen und wenn sie nachhaltig liegen bleiben und nicht mehr in der Lage sind, die Ukrainer niederzuringen und die Ukrainer durch die erlittenen Verluste nicht gezwungen sind, nachzugeben, dann wird auf russischer Seite irgendwann keine andere Wahl mehr zu mehr bleiben, als einzusehen, dass ein weiteres Vorrücken nicht mehr möglich ist und weitere nächtliche Drohnenangriffe auf die eigene Industrie zu unangenehm sind.Dann muss Russland sich zu irgendeinem Frieden bereiterklären, der der Ukrainer die Existenz als unabhängigen Staat garantiert und nicht als Vasall Russlands.Und wenn wir aus ukrainischer Sicht sehen, ist es sicherlich nicht das, was man wünscht.Man würde gerne die Krim zurückhaben, mit mit den anderen Regionen natürlich auch, aber angesichts dessen, dass sie sich mit einem Feind konfrontiert sehen, der sie unterwerfen will, der sie vielleicht nicht ihre Existenz rauben will, aber will, dass von Kiew aus künftig in Moskau angerufen wird, ob man diese außenpolitische Entscheidung denn treffen dürfe oder nicht.
Also die einen Vasallenstaat wollen.Wenn das Ergebnis ist, dass die Ukrainer die Russen zum Stillstand bringen zu einem Stillstand, den die Russen akzeptieren müssen, dann haben sie in dieser Hinsicht bereits gewonnen.Und darauf läuft es aktuell zumindest scheint es wahrscheinlicher zu werden, dass die Russen an einem Punkt kommen werden, wo sie sagen, es geht einfach nicht mehr weiter.Jetzt müssen wir irgendwie eine Lösung finden, denn die nächtlichen Drohnenangriffe können nicht die nächsten zehn Jahre so weitergehen und wir sehen auch nicht, dass wir in einem halben Jahr sich die Situation besser.Das wäre aktuell die Erwartung.Was ist deine Prognose in sechs Monaten, in einem Jahr?
Wo stehen wir dann?Die Front wird sich aus der großen Perspektive wahrscheinlich nicht verändert haben.Ich meine, dass wir in sechs bis zwölf Monaten schon auf jedem ukrainischen oder russischen Fahrzeug eine solche Waffenplattform haben werden und Mikrowellenwaffen und was sonst noch an Theorien gibt, scheint mir noch zu optimistisch zu sein.Und von russischer Seite kommt es halt darauf, wiehaben die Wirtschaftsdaten, dass Russland schwer unter diesem Krieg leidet.Gleichzeitig gibt es genügend Experten, die sagen, Russland kann sich eigentlich den Frieden nicht leisten, weil sonst die Wirtschaft komplett kollabiert.
Vermutlich wird Russland versuchen, so lange wie möglich weiterzumachen, um in der Hoffnung, dass die Ukrainer doch noch brechen.Also wahrscheinlich würde ich noch nicht in Frieden in sechs Monaten erwarten und in zwölf Monaten wäre es wahrscheinlich auch noch nicht der Fall.Aber aktuell zumindest läuft es offen in einem Matungsfrieden hin, bei dem die Russen nicht das bekommen, was sie wollen, was zumindest ein kleiner Sieg für die Ukraine ist.Thorsten Heinrich, herzlichen Dank für diese ganzen Details.Faszinierend, wirklich, wie tief du da drin bist und wie umfassend du das analysieren kannst.Vielen Dank, dass du dir wieder für uns Zeit genommen hast.
Ich bin immer gerne hier, danke.Dankeschön fürs Zuschauen.Für weitere Interviews, Analysen, Reportagen folgt einfach hier meinem Kanal und aktiviert die Glocke, dann verpasst ihr nichts.
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