WALRETTUNG VOR POEL: „Timmy“ in Frachtkahn geschwommen!
Wir schauen jetzt gleich an die Ostsee zur Insel Pöhl. Da möchte man am liebsten sagen, schwimm, Timmy, schwimm. Das möchte man dem armen Tier zurufen. Der Buckelwal ist drauf und dran, in einem eigens angefertigten, sagen wir mal, Wassertaxi von seiner Sandbank in der Bucht vor der Ostseeinsel Pöhl Richtung Nordsee buxiert zu werden.
Die Helfer haben dazu auch Feuerwehrschläuche im Einsatz, um das tonnenschwere Tier zu ziehen. Wir sehen, das Ganze läuft auch gerade. Der Wal arbeitet gut mit, man sieht es hier. Wir gehen aber gleich rüber zu Gerrit Schröder auf der Insel Pöhl. Gerrit, bring uns auf den neuesten Stand. Wie läuft die Rettung von Wal-Timmy?
Die Sensation ist perfekt. Timmy ist geschwommen durch den Kanal und er hat die Barge erreicht. Er ist in dem Frachtschiff angekommen. Es ist hier ein Jubelsturm losgebrochen. Hohe Emotionen im Zuge des gesamten Helferteams hier. Man hat sich im Arm gelegen. Wir hatten ganz kurz eben sprechen können mit der Mitinitiatorin hier, von der Medien,
die in Tränen aufgelöst gesagt hat, wie sie sich freut. Also Timmy ist in Sicherheit. Timmy hat den Weg gefunden in die Barker. Es ist eine wirkliche Weltsensation, dass das geklappt hat. Und nun ist das Netz herunter gelassen worden. Das heißt, Timmy ist in diesem Stahlkoloss nun drinne und nun kann der Weg tatsächlich losgehen Richtung Atlantik. Das hat hier so richtig keiner glauben wollen, dass das wirklich funktioniert. Und umso erstaunter sind hier alle die Zuschauer und umso größer ist die Erleichterung bei Initiatoren, dass dieses Projekt tatsächlich jetzt dieses Finale gefunden hat.
Aber das eigentliche Erfolgsfinale wird es dann sein, wenn Timi den Weg jetzt auch tatsächlich schafft über die Ostsee, über die Nordsee bis hin in den Atlantik, wo er wieder ausgewildert werden soll, ob er das Ganze dann tatsächlich überlebt. Das ist eben unklar. Aber für die Helfer hier ist das ein Riesenerfolg, dass es ihm gelungen ist, das Tier lebend abzutransportieren und nun in seine eigentliche Heimat zu bringen. Ob er da überleben wird, ist eben nicht sicher. Das ist aber vielen hier auch nicht so ganz wichtig. Weil sie sagen, wir wollen ihn hier nicht sterben lassen.
Wir wollen ihn, wenn dann, da sterben lassen, wo er herkommt und wo er hingehört. Deswegen wird hier jetzt gefeiert. Ich glaube, heute Abend fliegen hier noch ein paar Sektkorken. Wie lange wird denn diese Reise voraussichtlich dauern? kann man das abschätzen? Ich vermute mal, dass dieser Schlepperverband ja auch nicht allzu schnell fahren kann. Absolut, der Schleppverband wird nun vorbereitet. Vorneweg fährt die Robin Hood,
die diesen Ponton zieht. Also es ist ja kein Ponton, sondern eine Schute, in dem der Wal drinne schwimmt. Und das Ganze wird sehr langsam vonstatten gehen. Einerseits auch mit einem großen Abstand zwischen dem Zugboot und der Schute aufgrund der Motorgeräusche, die eben nicht zu laut sein dürfen für den Wal. Andererseits möchte man auch durch weniger Wellenschlag gegen das Metallgehäuse der Schute auch das Tier so wenig wie möglich stören. Und deswegen wird es sehr langsam vonstatten gehen
und der Weg ist weit. Über die Ostsee an Fehmarn vorbei, Dänemark, die ganze Küste hoch, oben über Skagen, dann in die Nordsee. Also das wird ein paar Tage dauern, aber der Wal lebt und er ist lebend in die Schute verbracht worden und nun geht der Transport weiter in seine Heimat und er wird während der Fahrt weiterhin kontrolliert, auch von Veterinären und Tierärzten, die seinen Gesundheitszustand also jetzt auch in der Schute überwachen. Er hat es aber aus eigenen Stücken geschafft. Er hat sich am Ende ein bisschen geweigert, in die Schute rein zu schwimmen, aber die Helfer waren vor Ort und
haben alles hintenrum dicht gemacht, dass er sich nicht wieder drehen kann. Es waren wirklich aufregende Minuten. Es haben alle hier auch verfolgt und irgendwann kam dann die Jubelschrei hier auch aus dem Feld der Organisatoren, die das Live-Bild hatten. Und ja, die Erleichterung ist riesig und die Überraschung bei den Skeptikern, die ist groß. Vielleicht noch ganz kurz, kann jetzt noch irgendetwas schiefgehen, wenn der Wal vielleicht doch noch nervös wird? Oder kann man das Risiko möglichst gering halten? Es gibt einen Exitplan und zwar, wenn das Tier tatsächlich in der Schute in irgendeiner Form ja aus der Kontrolle gerät, dann kann man dieses Netz einfach anheben und den Wal somit einfach
wieder herausschwimmen lassen aus der Schute. Das war auch eine klare Vorgabe von den Behörden, man wollte kein Metalltor davor setzen, sondern man wollte einen schnellen Exitplan haben und den gibt es eben in diesem Netz, was man einfach nur nach oben ziehen muss. Und dann könnte man Timmy einfach so in die Ostsee wieder entlassen. Gerrit, das sind wirklich gute Nachrichten. Vielen Dank zur Insel Pöhl.
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